Lärm im Büro

Wie laut darf es im Büro sein? Grenzwerte für Lärm am Arbeitsplatz

Im Büro darf der Beurteilungspegel bei Arbeit mit hoher Konzentration höchstens 55 dB(A) betragen. Bei Sachbearbeitung und Kundenkontakt sind es höchstens 70 dB(A). So steht es in der Arbeitsstättenregel ASR A3.7 „Lärm“. Maßgeblich ist die Tätigkeit, nicht der Raum. Die bekannten Werte von 80 und 85 dB(A) betreffen Lärm, der das Gehör schädigen kann. Für Büroarbeit gelten die strengeren Grenzen der ASR.

Camber Acoustics, Ingenieurbüro für Raum- und Bauakustik · Stand 7. Oktober 2026

Wie laut darf es am Arbeitsplatz im Büro sein?

Die ASR A3.7 teilt Arbeit in drei Tätigkeitskategorien ein. Entscheidend ist, wie viel Konzentration oder Sprachverständlichkeit die Aufgabe braucht. Für jede Kategorie gilt ein höchster Beurteilungspegel. Er gilt während der Tätigkeit, nicht als Mittel über den Tag. Eine Tätigkeit zählt, wenn sie am Tag zusammen mindestens eine Stunde dauert.

TätigkeitskategorieBeispiele aus der ASR A3.7Höchster BeurteilungspegelOrientierende Messung reicht, wenn unter
I: hohe Konzentration oder hohe SprachverständlichkeitSoftware entwickeln, schwierige Texte entwerfen und übersetzen, kreatives und wissenschaftliches Arbeiten, Besprechungen im Konferenzraum55 dB(A)46 dB(A)
II: mittlere Konzentration oder mittlere SprachverständlichkeitSachbearbeitung, Daten erfassen, Texte verarbeiten, Disponieren, Kundenkontakt und Publikumsverkehr70 dB(A)61 dB(A)
III: geringere KonzentrationLagerarbeit, Reinigung, einfache Montage, handwerkliche Arbeitkein fester Wert, so weit wie möglich senkenkein Wert

ASR A3.7, Abschnitte 3.16, 5.1 und 7.4 Absatz 6. Unter dem Wert der letzten Spalte sind keine weiteren Ermittlungen nötig.

Camber Acoustics ist ein Ingenieurbüro für Raum- und Bauakustik in Berlin. Wir planen Nachhall, Abschirmung und Schallschutz in Büros so, dass sie zu diesen Grenzen passen.

Welche Kategorie gilt für Großraumbüro, Besprechung und Empfang?

Die Kategorie hängt an der Aufgabe, nicht am Raum. Im selben Großraum kann die Entwicklung unter Kategorie I fallen und die Sachbearbeitung unter Kategorie II. Wechselt jemand im Lauf des Tages zwischen Aufgaben, wird jede Tätigkeit getrennt bewertet, sobald sie eine Stunde erreicht. Besprechungen im Konferenzraum zählen zu Kategorie I. Empfang und Tresen mit Publikumsverkehr stehen bei Kategorie II.

Was zählt zum Beurteilungspegel und was nicht?

Ein Beispiel: Am Platz in der Softwareentwicklung werden 51 dB(A) gemessen. Die Gespräche der Nachbargruppe sind gut zu verstehen. Wird dafür der höchste Zuschlag von 6 dB angesetzt, liegt der Beurteilungspegel bei 57 dB(A). Das ist über der Grenze von 55 dB(A), obwohl der gemessene Pegel darunter liegt.

Lärm-Grenzwerte 80 und 85 dB(A): wann gilt die LärmVibrationsArbSchV?

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung schützt vor allem das Gehör. Sie arbeitet mit Auslösewerten für den Lärm über einen Arbeitstag von acht Stunden und für Spitzen. Die ASR A3.7 gilt unterhalb von 80 dB(A). Sie schützt vor Stress, Konzentrationsverlust und schlechter Verständigung.

RegelWertWas dann gilt
Unterer Auslösewert, § 6 LärmVibrationsArbSchV80 dB(A) über den Tag oder 135 dB(C) SpitzeBeschäftigte informieren, Gehörschutz bereitstellen, Vorsorge anbieten
Oberer Auslösewert, § 6 LärmVibrationsArbSchV85 dB(A) über den Tag oder 137 dB(C) SpitzeGehörschutz tragen, Pflichtvorsorge, Lärmbereich kennzeichnen, Programm zur Lärmminderung
ASR A3.7, Abschnitt 4ab 70 dB(A)vorübergehend schlechteres Hören möglich (Vertäubung)

Pflichten nach der Übersicht des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV (IFA). Bei den Auslösewerten zählt die Wirkung von Gehörschutz nicht mit.

Wie laut dürfen Lüftung und Klimaanlage im Büro sein?

Lüftung und Klimaanlage zählen zu den Hintergrundgeräuschen, ebenso Verkehr von außen. Für die Planung nennt die ASR A3.7 empfohlene Höchstwerte. Sie gelten für Räume, in denen der Beurteilungspegel höchstens 55 dB(A) betragen darf.

RaumEmpfohlener Höchstwert für Hintergrundgeräusche
Konferenzraum, Schulungsraum35 dB(A)
Zweipersonenbüro40 dB(A)
Großraumbüro45 dB(A)

ASR A3.7, Abschnitt 6, Hinweis. Mittlerer A-bewerteter Pegel der Hintergrundgeräusche.

Drucker, Kopierer, Server: was die ASR empfiehlt

Ein eigener Druckerraum hilft nur, wenn Wand und Tür den Schall zurückhalten. Was dafür nötig ist, steht auf unserer Seite Schallschutz zwischen Räumen.

Warum Nachhall den Lärm im Büro verstärkt

Beton, Glas und Putz werfen den Schall zurück. Wie viel Schall die Raumflächen schlucken, kann großen Einfluss darauf haben, wie laut es an den einzelnen Plätzen wird. In einem halligen Raum tragen Gespräche weiter und werden schlechter verstanden. Die ASR A3.7 nennt Halligkeit als Anzeichen für ein Lärmproblem.

Ein normales Gespräch erreicht in einem Meter Abstand 55 bis 65 dB(A). Wie viel davon am Nachbarplatz ankommt, hängt von Abstand, Abschirmung und Raumakustik ab.

Die Höchstwerte der Nachhallzeit je Büroart und den Nachweis erklären wir auf der Seite zur ASR A3.7.

Welche Decken, Wandabsorber und Schirme im Büro wirken, steht auf unserer Seite Raumakustik im Büro.

Was müssen Arbeitgeber gegen Lärm im Büro tun?

Lärm gehört in die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt, dass sie fachkundig erfolgt und vor Aufnahme der Tätigkeit dokumentiert ist. Fehlt die Fachkunde im Betrieb, muss sich der Arbeitgeber beraten lassen. Die ASR A3.7 beschreibt den Weg in Stufen.

Was wir für Ihr Büro tun

Wir planen und berechnen die Raumakustik von Büros nach ASR A3.7, aus Plänen und Fotos. Dazu gehören die Nachhallzeit je Raum, Absorberflächen, Abschirmungen zwischen Arbeitsgruppen, ruhige Räume für konzentrierte Arbeit und der Schallschutz von Drucker- und Besprechungsräumen. Das Ergebnis passt als Anlage in Ihre Gefährdungsbeurteilung. Messungen der Nachhallzeit vor Ort bieten wir gesondert an.

Das Angebot richtet sich nach der Zahl der Räume und kommt am selben Tag. Termin vor Ort, wenn gewünscht. Schicken Sie Grundriss, Fotos und eine kurze Beschreibung der Störung über das Anfrageformular.

Häufige Fragen

Wie viel Dezibel sind im Büro erlaubt?
Nach ASR A3.7 höchstens 55 dB(A) Beurteilungspegel bei Arbeit mit hoher Konzentration, etwa Programmieren, Entwerfen oder Besprechungen. Bei Sachbearbeitung, Datenerfassung und Kundenkontakt sind es höchstens 70 dB(A). Zum gemessenen Pegel können Zuschläge für störende Geräusche wie verständliche Gespräche kommen.
Ist ein Großraumbüro Kategorie I oder Kategorie II?
Das hängt von der Arbeit ab, nicht vom Raum. Wer dort Software entwickelt oder schwierige Texte entwirft, fällt unter Kategorie I mit 55 dB(A). Sachbearbeitung fällt unter Kategorie II mit 70 dB(A). Arbeiten beide Gruppen im selben Raum, muss jeder Platz die Grenze seiner Tätigkeit einhalten.
Wie laut darf eine Klimaanlage im Büro sein?
Für die Planung nennt die ASR A3.7 empfohlene Höchstwerte für Hintergrundgeräusche aus Lüftung, Klima und Verkehr: 35 dB(A) im Konferenzraum, 40 dB(A) im Zweipersonenbüro und 45 dB(A) im Großraumbüro. Sie gelten für Räume, in denen höchstens 55 dB(A) Beurteilungspegel erlaubt sind. Brummt oder pfeift die Anlage, ist das ein eigener Grund zu handeln.
Muss der Arbeitgeber den Lärm im Büro messen lassen?
Nicht zwingend. Die ASR A3.7 erlaubt als einfachen Weg eine Begehung durch mindestens zwei Personen. Nur wenn sich störender Lärm dabei nicht sicher ausschließen lässt, folgen Maßnahmen oder Messungen. Die Nachhallzeit darf aus Plänen berechnet werden. Wichtig ist, dass alles in der Gefährdungsbeurteilung dokumentiert ist.
Hilft ein Rauschgerät gegen Gespräche im Großraumbüro?
Bei Arbeit mit Sprache und Texten rät die ASR A3.7 davon ab. Für solche Tätigkeiten sollen Plätze ohne Hintergrundsprache bereitstehen. Rauschen zum Überdecken soll vermieden werden. Als Maßnahmen nennt die ASR Absorption, Abschirmung mit Stellwänden und Möbeln und getrennte Bereiche für ruhige Arbeit.
Wer darf den Lärm im Büro messen?
Die ASR A3.7 verlangt für die orientierende Messung einen integrierenden Schallpegelmesser der Klasse 1 oder 2. Wer den Beurteilungspegel ermittelt, braucht geprüfte Messgeräte und Kenntnisse über die ASR, das Verfahren etwa nach DIN 45645-2, Zuschläge und Messunsicherheiten. Einen bestimmten Berufsabschluss schreibt die ASR nicht vor.

Quellen

Raumakustik-Gutachten

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